Datenerhebung in der „Sommerstraße ‚Am Brink‘“, Foto von André Knabe

Begleitforschung zur „Sommerstraße ‚Am Brink‘ 2022“


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Das ROSIS e.V. befragt alle Haushalte in der Nähe des Projektbereichs. Alle, die in einem der Bereiche 1-3 auf der Karte wohnen, sind aufgefordert an unserer Umfrage teilzunehmen:

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Anliegen und Ziele

Im Sommer 2021 wurde in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt, einem zentralen, jungen Viertel in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, die temporäre Umgestaltung eines zentral gelegenen Platzes – dem „Brink“ – beschlossen. Der Brink ist relevant für Lieferverkehr, Zugangsstraße zum Viertel aber auch ein kulturell und gastronomisch intensiv genutzter Ort. Das federführende Amt für Mobilität sperrte für drei Monate die Straße, entfernte Parkplätze, stellte Fahrradständer und Sitzbänke auf, ermögliche der örtlichen Gastronomie zusätzliche Sitzplätze im Freien zu schaffen und richtete eine Fußgängerzone ein.

Das ROSIS wurde in Kooperation mit der Universität Rostock beauftragt, die Wahrnehmung und Bewertung des Projektes „Sommerstraße ‚Am Brink‘“ unter Anwohnenden, Passant:innen und dem ortsansässigen Gewerbe zu erheben. Die Ergebnisse wurden im Januar 2022 im Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt öffentlich präsentiert (Link zur Studie).

Im Sommer 2022 wir das Modellprojekt unter Berücksichtigung der Kritik von Anwohner*innen, Gewerbetreibenden und der Studienergebnisse des ROSIS wieder durchgeführt. Auftrag des ROSIS ist es, herauszufinden, welchen Effekt die angepasste Variante auf die Wahrnehmung und Bewertung des Verkehrsversuchs hat.

Vorgehensweise

Multimethodischer Ansatz, Kombination von qualitativen und quantitativen Verfahren: qualitative Interviews mit relevanten Gruppen und standardisierte Haushaltsbefragtung im Umfeld der „Sommerstraße ‚Am Brink‘“.

Erkenntnisse aus der ersten Erhebung

Die Beforschung der „Sommerstraße ‚Am Brink‘“ zeigte zuvörderst, dass lokale, verkehrspolitische Projekte die Menschen vor Ort berühren, betreffen und ihnen nicht egal sind. Die Erhebungen legt offen, dass das Projekt zwar polarisiert, es aber auch stärkere Zustimmungstendenzen für Veränderungen ‚Am Brink‘ gibt; wenn auch unter anderen Voraussetzungen, Beteiligungsformen und Ausgestaltung.

Ein genauerer Blick in die Daten zeigt, das insbesondere Passant:innen Projekten zur Verkehrsberuhigung und Belebung öffentlicher Plätze zugeneigt sind, da sich so für diese Gruppe neue Möglichkeiten zur Betätigung ergeben. Unter den Gewerbetreibenden hingegen polarisiert dieses Projekte stark: Jene Gewerbe im Projektbereich, insbesondere wenn sie gastronomisch ausgerichtet sind, befürworten die Maßnahmen klar, Gewerbe mit anderer Ausrichtung und die Gastronomie in Seitenstraßen lehnen die Umsetzung jedoch primär ab. Unter den Anwohnenden ist eine solche Polarisierung ebenfalls zu erkennen, auch wenn die allgemeine Zustimmung größer ist. Es zeigt sich aber auch deutlich: Je näher die Menschen am Projektbereich wohnen, desto negativer fällt deren Bewertung aus.

Deutlich wird auch: Die Politik und Verwaltung stehen vor anspruchsvollen Aufgaben, wenn verkehrspolitische Maßnahmen (zur Belebung des öffentlichen Raumes, zur Stärkung des Gewerbes, zur Beruhigung von Verkehr) nicht zur Spaltung unter den Menschen vor Ort führen sollen. Veränderungen des öffentlichen Raumes sind Eingriffe in die Lebenswelt von Menschen und müssen mit Bedacht erdacht, ausgehandelt und umgesetzt werden. Angemessene Formen der Beteiligung, der Informationsdarbietung und des Ausgleichs müssen gefunden werden, damit Projekte nicht nur für Privilegierte, sondern auch für Minderheiten und Ungehörten eine Verbesserung ihrer Lebenssituation darstellen.

Veröffentlichungen zum Projekt

Der Abschlussbericht der ersten Runde der Begleitforschung aus dem Jahr 2021 ist hier zu finden.

ZEITRAUM:

08/2022–10/2022

PROJEKTVERANTWORTLICHE:

Marén Wins

maren.wins[at]rostocker-institut.org

TEAM:

Dr. Robert Brumme, Judith Kiesow, Dr. André Knabe, Dr.in Melanie Rühmling

AUFTRAGGEBERIN:

Amt für Mobilität der Hanse- und Universitätsstadt Rostock


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